Probleme dienen der Entwicklung von Innovationen

Einfach genau das Gegenteil tun: Aus dem Buch von Peter Spiegel

Muhammad Yunus – Banker der Armen, Gestalter der Zukunft.

 

Aus einem Vortrag vor Bankmanagern in Frankfurt am Main:

 

„… Wissen Sie, wir in der Grameen Bank haben gelernt, dass Probleme der kostbarste Treibstoff für Innovationen sind. Wir haben keine Angst vor Problemen, Probleme sind für uns keine Probleme, sondern Freunde. Sie sind der Einstieg in einen kreativen Prozess, der uns zu immer besseren Lösungen führt. Jedes Problem hilft uns nur, Schritt für Schritt besser zu werden. Ich weiß, dass Sie einen anderen Bezug zu Problemen haben. Aber unser Bezug zu Problemen war und ist für uns überlebenswichtig.“

 

Die Botschaft war klar: Mit einer anderen Haltung konnte man gerade aus scheinbar ausweglosen Konstellationen heraus eine Welt von Innovationen schöpfen.

 

„… Irgendwann haben wir dann das eigene Prinzip verstanden, wie wir sehr viel schneller zu unseren Innovationen kommen können: Wir mussten uns nur ansehen, wie es die traditionellen Banken machten, um dann einfach genau das Gegenteil zu tun. Genau so entsteht dann ein funktionierendes Bankensystem für die Armen.“

 

… Sie sind gut ausgebildete, kluge, erfahrene und erfolgreiche Manager. Daher möchte ich Ihnen gerne eine Manageraufgabe stellen. Wer von Ihnen fühlt sich in der Lage, eine Familie von weniger als einem Dollar pro Tag zu ernähren?“

 

Um keinen Zweifel an der Zielrichtung seiner Frage aufkommen zu lassen, fuhr er fort: „Die Frauen in den ländlichen Regionen von Bangladesch vollbringen diese Managementaufgabe jeden Tag neu und unter denkbar widrigsten Umständen. Wir sollten erkennen, dass diese Frauen über wunderbare Fähigkeiten verfügen müssen, denn sonst würden sie und ihre Familie nicht überleben.“

 

Dies oben beschrieben Buch ist sehr empfehlenswert!

 

Was ist die Grameen Bank?

 

Sie wurde am 2. Oktober 1983[2] von dem aus Bangladesch stammenden Wirtschaftswissenschaftler Professor Muhammad Yunus gegründet. Nach einer großen Hungersnot in Bangladesch suchte Yunus seit 1976 nach einer Lösung, um die Situation der Einkommensschwachen in dem Land zu verbessern. Seine Beobachtungen zeigten, dass die armen Menschen für ihren wirtschaftlichen Erfolg nur ein kleines Kapital brauchen, um Materialien oder Rohstoffe für ihr Handwerk zu erwerben. Da sie aber Kredite nur von Geldverleihern mit Wucherzinsen aufnehmen konnten oder von ihren Rohstofflieferanten abhängig waren, erwirtschafteten die ärmsten Menschen kaum einen Gewinn.

 

Die großen Banken waren aufgrund fehlender Sicherheiten nicht bereit, diesen Menschen Kredite zu gewähren. Ein weiterer Grund für normal strukturierte Banken ist das Missverhältnis zwischen hohem Arbeitsaufwand pro Kunde und geringer Höhe der Mikrokredite, die allerdings zu marktüblichen Zinsen vergeben werden.

 

Muhammad Yunus

 

Yunus selbst beschrieb die Situation folgendermaßen:

 

Ich sah, dass die Leute hart arbeiteten, aber trotzdem blieben sie arm. Warum? Sie sagten mir, es läge daran, dass sie kein Kapital hätten. Um also Materialien zur Herstellung einfacher Möbel zu erstehen oder Zutaten für das Essen, das sie an der Straße kochten und verkauften, mussten sie sich Geld leihen: entweder bei jenen Menschen, die ihnen die Rohstoffe zur Verfügung stellten und sie dann gleich auch für die fertigen Produkte bezahlten, oder beim Geldverleiher, der horrende Zinsen verlangte. So oder so – ihnen selber blieb am Ende eines langen Arbeitstages kaum etwas übrig.[3]

 

1976 begann Yunus zunächst damit, eigenes Geld zu verleihen. Seine Erfahrungen waren positiv und bald erhielt er die ausgezahlten Kredite mit Zinsen wieder zurück. Er entwickelte ein System, in dem sich die Kreditnehmer – fast ausschließlich Frauen – aufgrund persönlicher Bindungen zur Rückzahlung verpflichtet fühlten. Und sie wurden Mitglieder – d. h. Miteigentümer – der Bank: Die Grameen Bank gehört ihren Kunden. Deswegen wurden Kredite seiner Grameen-Bank (gram heißt „Dorf“; komplett übersetzt bedeutet der Begriff soviel wie: „Bank auf dem Land“) nur unter der Voraussetzung angeboten, dass sich in den Dörfern kleine Gruppen zusammenschlossen, die von Bankmitarbeitern geschult wurden und füreinander bürgten. Erst wenn die ersten zwei Gruppenmitglieder ihren persönlichen Kredit eine Weile regelmäßig zurückgezahlt hatten, erhielten die nächsten ihrerseits ein Darlehen, so dass eine pünktliche Rückzahlung in aller Interesse war. Über 98 % der Erst-Kredite, oft in einer Höhe von weniger als 50 Dollar, wurden so zurückgezahlt. Außerdem verpflichteten sich die Mitglieder, ein – wenn auch bescheidenes – Sparkonto einzurichten und ständig zu bedienen. (Quelle Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Grameen_Bank)

 

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Johannes Stark
Seminare und Firmen-Coach


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