Krisen als Chance

... wie siehst du das?

 

Beim Wort Krise, kommt uns sofort Griechenland in den Sinn. Weißt du, dass auch Österreich 1922 nach dem Übergang vom Kaiserreich in die Republik Österreich in eine schwere Finanzkrise rutschte? Kein europäisches Land wollte uns Geld leihen - Österreich war komplett pleite. Über den Völkerbund konnte dann bei der Weltgemeinschaft finanzielle Hilfe erbettelt werden.

Daraufhin wurden noch höhere Auflagen diktierte, wie sie jetzt Griechenland erlebt. Österreich hat fast 60 Jahre gebraucht, um alle Schulden zu tilgen und ist heute stark, stabil und auf Kurs.

Irgendwie ist eine Krise ein Neustart, eine Wandlung, eine Neuorientierung. Im privaten und auch im geschäftlichen Alltag kommt sie meist unangemeldet daher. Wie können wir damit umgehen und sie sogar nutzen und vor allem, dabei nicht untergehen? Der Versuch einer Antwort, hier in den neuen Power-Texten :-)

 

 

Kennst du die Mäusestrategie? Die ist lustig ...

 

 

Die Geschichte von vier Figuren, den Mäusen Sniff  und Scurry und den Zwergenmenschen Hem und Haw, die sich jeden Tag in einem Labyrinth auf die Suche nach Käse begeben. Die Mäuse folgen bei der Suche ihrem Instinkt, während die Zwerge strategischer vorgehen, allerdings im Nachhinein doch ihrem Bauchgefühl folgen. So finden sie mal mehr, mal weniger Käse. Eines Tages stoßen alle vier auf einen Ort, an dem ein großer Vorrat an Käse liegt. Die Zwergenmenschen sind glücklich mit ihrem Fund und werden von Tag zu Tag träger, wohingegen die Mäuse sich zwar ebenso freuen, aber für den Fall, dass der Käse ausbleibt, vorbereitet bleiben, um erneut auf die Suche zu gehen. Eines Tages ist der Käse völlig überraschend verschwunden.

Die Mäuse hatten schon vorher bemerkt, dass der Vorrat immer kleiner wurde, und konnten sich so auf die Situation vorbereiten. Sie zögern nicht lange und machen sich sofort auf die Suche nach neuem Käse.

 

Die Zwerge trifft die Situation völlig überraschend. Sie machen sich Gedanken darüber, wie unfair es ist, dass ihr gesamter schöner Käse weg ist. Und beide warten weiter, in der Hoffnung, dass der Käse zurückkommt. Nach einer Zeit sieht Haw jedoch ein, dass das Warten vergebens ist, und macht sich auf die Suche nach neuem Käse. Auf seinem Weg erkennt er, in welcher Situation er sich befindet, und hält seine Überlegungen nach und nach schriftlich an den Wänden des Labyrinths fest. Seine Erkenntnisse sollen Hem als Stütze dienen, falls er sich doch entscheidet, sich nicht mehr mit der käselosen Situation zufriedenzugeben. Seine Gedanken auf den Wänden im Labyrinth lauten:

 

• Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?

• Rieche öfter am Käse, damit du bemerkst, wenn er alt wird.

• Beweg dich in eine neue Richtung! Das hilft dir, Käse zu finden.

• Wenn du deine Angst überwindest, fühlst du dich frei.

• Wenn ich mir vorstelle, wie es sein wird, den neuen Käse zu genießen, werde ich ihn sicher finden.

• Je schneller du den alten Käse loslässt, desto schneller wirst du den neuen Käse finden.

• Es ist sicherer, im Labyrinth zu suchen, als in einer käselosen Situation zu verharren.

• Alte Überzeugungen führen dich nicht zu neuem Käse.

• Wenn du erkennst, dass du neuen Käse finden und genießen kannst, änderst du deinen Kurs.

• Wenn du die kleinen Veränderungen rechtzeitig bemerkst, kannst du dich besser an die bevorstehenden großen Veränderungen anpassen.

 

 

Schließlich findet Haw einen noch größeren Berg Käse, der von noch besserer Qualität ist als der Käse zuvor. Dieses Mal nimmt er sich vor, vorsichtiger zu sein, auf Veränderungen zu achten und schneller das Alte loszulassen, um für Neues offen zu sein. Darum heißt dieses nette Buch auch: die Mäusestrategie für Manager und nicht die Zwergmenschen-Strategie für Mäuse :-)

 

 

Ist eine Krise eine Krise oder lediglich eine Veränderung der Umstände?

 

 

Je nachdem, ob und wie man die Situation bewertet und wie sehr man die Situation „nicht“ haben will. Beispiele, die wir kennen:

• Ein Geschäftsmann verliert von einem Tag auf den anderen mehrere seiner wichtigsten Kunden/Mitarbeiter/Geschäftspartner. Oder die geplante Fusion scheitert.

• Ein Gemüsebauer erntet durch einen Hageleinbruch nichts außer Biomüll. Die Abnehmer (Händler) bekommen dadurch keine Ware und können ihren Kunden nichts liefern.

• Der/Die LebenspartnerIn verabschiedet sich von einem Tag auf den anderen.

Wir kennen sie alle, die lieben Krisen/Veränderungen in unserem Leben, die von einem Tag auf den anderen unangemeldet daherkommen. Auf jeden Fall sind solche Situationen schwierig. Interessant ist aber vor allem ein Weg, damit umzugehen und dabei nicht emotional zu ertrinken.

 

Gewohnter Umgang: Man stürzt sich darauf, regt sich auf, verflucht die Situation, weiß sofort, wer schuld und verantwortlich dafür ist. Eh klar – ich nicht. Man ist zornig, will es anders haben. Meistens vermischen wir eine plötzliche Krise leider mit unserem Ego: Das persönliche Drama, unsere Versagensängste und Zweifel kommen mit ins Spiel, so mischt sich das Ganze zu einem grauenhaften Cocktail.

 

Der etwas andere Umgang: Man beobachtet, nimmt sich zurück, bleibt ruhig, hält seine Emotion raus, hat keine Angst, sondern Vertrauen und setzt keine vorschnellen Entscheidungen. Man lässt die Dinge laufen (weiter fließen) im Wissen: Jeder Sturm beruhigt sich. (Man sucht neuen Käse.)

 

 

Übrigens, es gibt das Naturgesetz der Vergänglichkeit:

 

 

Alles vergeht, nichts bleibt, auch eine Krise bleibt nicht. Man muss es aber auch fließen lassen, die Situation nicht zu sehr thematisieren; zwar handeln, wie es einem der gesunde Menschenverstand ermöglicht, aber bitte nicht die Situation mit Gewalt weg haben wollen – das baut zusätzlich Druck auf.

Nimm die Situation an und lerne damit umzugehen. Dann verwandelt sich das Ganze in etwas Großartiges.

Jede noch so intensive Krise/Veränderung bringt uns weiter voran, zwingt uns, uns zu entwickeln. Ohne Krisen – zwanghafte Veränderungen, die uns das Leben hin und wieder schenkt – werden viele von uns träge und schlapp.

 

Wie man sieht: Der Apple-Gründer Steve Jobs wurde zehn Jahre nach dem Apple-Start aus dem eigenen Unternehmen geworfen – von dem, den er eigenhändig als Chef eingestellt hatte. Wow! Unmittelbar danach verlor er zwar den Boden unter den Füßen, sagte aber später: Das war das Beste, das ihm passieren konnte. Bei seiner Rückkehr nach über zehn Jahren waren es genau die Erfahrungen und die neuen Ideen, die er in dieser Zeit mit zwei neuen Firmen entwickelt hatte, die die Rettung und den kometenhafte Wiederaufstieg für Apple bedeuteten – bis heute (derzeit ist Apple die wertvollste Marke weltweit). Wie man sieht:Es läuft immer richtig, nie falsch.

Das Ende der Apartheid in Südafrika wurde durch Nelson Mandela möglich. Davor musste er allerdings 27 Jahre im Gefängnis (Krise) ertragen. Auch in der Bibel erzählt man davon: Liebe deine Feinde (Krisen und Schwierigkeiten – kämpfe nicht dagegen an, es hat seinen Sinn, es entsteht dabei etwas Neues, Besseres)!

 

Sie sind es, die dich weiterbringen. Dies ist die innere Freiheit von äußeren Umständen. Gelassenheit, Ruhe, Überblick, Klarheit und Lebensfreude, wie auch immer sich die Situationen in deinem Umfeld gestalten. Immer dann, wenn das Leben eine Wendung macht, eine Kurve, dann findet sich ein neuer Weg. Immer.