scheiß di ned ou

Dieses Bild habe ich auf der Passhöhe vom Hahntennjoch, am Mittwoch (3.12.) gemacht. Die Straße ist ein 1894 Meter hoher Gebirgspass in Tirol, eine wunderschöne Aussichtsstraße - normalerweise ab November komplett gesperrt.

 

Was siehst du auf dem Bild jetzt im Dezember: die schöne Natur oder den fehlenden Schnee, wo jetzt tiefster Winter sein sollte?
 Deine Antwort dazu gibt dir Aufschluss, ob du jetzt gerade im Mangel oder in der Fülle lebst. Viel Freude mit den neuen Power-Texten.

 

 

 

Die Themen:

 

 

Das Königskind

 

Liebst du dich?

 

Mein Streben

 

Schon bemerkt?

 

Leben ist

 

Erlaubst du anderen, dich zu verurteilen?

 

Hast du Feinde? Liebst du sie?

 

Wer sucht, der findet nicht. Wer kämpft, verliert.

 

Den inneren Frieden wiederfinden?

 

„Scheiß di ned au“

 

Entwicklung (d)eines Unternehmens.

 

So kann es gelingen.

 

Ein(e) UnternehmerIn ist keine "Eierlegende Woll-Milch-Sau".

 

 

 

Das Königskind

 

 

Es war einmal ein König. In seiner Stadt herrschte große Armut. Die Menschen in der Stadt waren verbittert und unzufrieden, und sie fürchteten ihren Herrscher.

 

Eines Tages ließ der König alle Bewohner am Stadtplatz zusammenkommen, um ihnen etwas Wichtiges zu verkünden. Gespannt und ängstlich richteten die Menschen ihre Blicke auf ihn und waren neugierig auf die bedeutsame Mitteilung.

 

 

Der König sprach:
„Ich habe heimlich ein Königskind gegen eines eurer Kinder getauscht. Behandelt es gut. Sollte ich erfahren, dass meinem Kind Schlechtes widerfährt, werde ich den Schuldigen zur Rechenschaft ziehen!“
Dann kehrte er auf sein Schloss zurück. Die Stadtbewohner fürchteten die Strafe, weil niemand wusste, welches das Königskind war. Deshalb begannen die Menschen, alle Kinder in der Stadt so zu behandeln, als wäre jedes einzelne das Königskind.

 
Es vergingen viele Jahre. Die Kinder wurden zu Erwachsenen und bekamen selber Kinder. Der mittlerweile alte König beobachtete mit Genugtuung die Entwicklung in seiner Stadt. Aus dem einst armen und schmutzigen Ort wurde eine prachtvolle, weit über die Landesgrenzen bekannte Stadt. Es gab Krankenhäuser, Schulen, eine große Bibliothek …

 

 
Die Bewohner waren zufrieden und glücklich. So einfach, so schön und so leicht. Mit Wertschätzung, Respekt und Achtung den Mitmenschen, der Natur, dem Körper und dem Leben gegenüber bewegen wir vermutlich mehr als mit allen anderen Mitteln zusammen.

 

 

Liebst du dich?

 

 

Heutzutage ist es eher so, dass wir von unserem Gegenüber, von Dingen, die wir uns kaufen, mit denen wir uns belohnen, erwarten, dass sie uns die Zuneigung, das Mitgefühl, das Verständnis, die Liebe entgegenbringen, die uns selbst fehlen.

 

Wir lieben unsere/n PartnerIn, FreundIn, Kinder, Mitarbeiter, Kollegen, Job, Chef in dem Ausmaß, wie wir uns selbst lieben. Mehr geht nicht, ganz sicher nicht. Wenn man eine Zitrone oder Orange presst, tritt Saft aus. Wenn die Frucht faulig ist, tritt fauliger Saft aus. Was kommt bei uns Menschen zum Vorschein, wenn wir Druck bekommen? An einer Kreuzung, beim Blick auf das Konto, in einer Warteschlange, wenn uns ein Autofahrer den Weg abschneidet, wenn der Kollege nicht macht, wie er sollte: Angst, Zorn, Hass, Ungeduld oder Verständnis, Mitgefühl, Ruhe, Wertschätzung, Respekt?
Wenn wir keine liebende Beziehung zu uns selbst aufbauen, gelingt uns auch die Beziehung zu anderen nicht.

 

 

Mein Streben

 

 

„Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.“
(Hermann Hesse, „Siddhartha“)

 

 

Schon bemerkt?

 

 

Widerstand: Wenn man seine inneren Widerstände (Ablehnung, Nicht-haben-Wollen, Kritik) gegen bestehende Lebenssituationen aufgibt, lösen sich Widerstände im Außen automatisch auf. Es fließt leichter.

 

 

Leben ist:

 

 

Das Leben ist eine Herausforderung … begegne ihr.

Das Leben ist ein Geschenk … nimm es an.

Das Leben ist ein Abenteuer … wage es.

Das Leben ist Kummer … überwinde ihn.

Das Leben ist eine Pflicht … erfülle sie.

Das Leben ist ein Spiel … beteilige dich an ihm.

Das Leben ist ein Geheimnis … Iüfte es.

Das Leben ist ein Lied … singe es.

Das Leben ist eine Gelegenheit … ergreife sie.

Das Leben ist eine Reise … mache sie bis zu Ende.

Das Leben ist ein Versprechen … halte es.

Das Leben ist Schönheit … preise sie.

Das Leben ist kein Kampf … lass dich nicht täuschen.

Das Leben ist ein Rätsel … Iöse es.

 

 

Erlaubst du anderen, dich zu verurteilen?

 

 

Frieden mit sich und mit allem, womit man noch nicht im Frieden ist.
„Wenn du deinen eigenen Weg gehst im Leben und der Liebe folgst, werden sich Menschen gegen dich wenden oder sich abwenden von dir und dich verurteilen. Betrachte diesen Vorgang als Testfall für dich, ob du deine Kritiker, Angreifer und Neider wiederum verurteilst. Bleibe innerlich bei dir.

 
Ob jemand dich o.k. findet oder liebt, ist nicht deine Angelegenheit. Wie du auf Ablehnung und Verurteilung anderer re-agierst, ist einzig deine Angelegenheit. Zahlst du mit gleicher Münze zurück?
Lasse jedem Menschen seinen Weg, auch wenn er dich ablehnt, verlässt oder bekämpft und entscheide dich für deinen inneren Frieden, für den du den Frieden des anderen nicht benötigst. Denn zum Frieden braucht es nur einen. Solange du forderst, der andere möge auch Frieden mit dir machen, bevor du ihm vergibst, hältst du selbst Unfrieden und Kampf aufrecht.

 
Gestehe dir selbst wie jedem anderen seinen Weg und seine Geschwindigkeit beim Erkennen, Wachsen, Heilen und Vergeben zu. Aber richte nicht, damit du nicht gerichtet wirst. Solange wir uns selbst nicht annehmen mit allem in uns – inklusive unserer Verurteilungen –, muss Unfrieden im Außen herrschen. Wer sich selbst innerlich noch ablehnt und angreift, den schmerzt das Urteil der anderen über ihn. Lerne dich selbst anzunehmen und mit dir Frieden zu machen, denn wir haben alle über Jahre gelernt, uns selbst zu verurteilen.“
(Robert Betz)

 

 

Hast du Feinde? Liebst du sie?

 

 

Seine Freunde zu lieben, das ist leicht. Denn die sind im Großen und Ganzen so, wie man es gerne mag. Da kommt man nicht in Bedrängnis, unter Druck usw.
Seine Feinde? Wer ist das? Heutzutage hat ja niemand mehr so richtige Feinde. Oder doch? Die Feinde sind die Probleme, schwierige Lebenssituationen, die man mit sich herumträgt, Stress in der Partnerschaft, Schwierigkeiten mit dem Geschäftspartner, Krankheiten, Ängste, Sorgen, die innere Wut, Einsamkeit, Unstimmigkeiten mit dem Expartner, eventuell das Finanzamt oder die Bank, die den Konto-Rahmen ohne Vorankündigung von einem auf den anderen Tag kürzt/streicht.

 

Und das soll man lieben? Wow!
Ganz richtig! Diese Dinge sind es, die das Potenzial haben, uns wachsen zu lassen, uns zu erinnern, dass wir mehr Potenzial haben – die uns helfen, bewusst zu werden.

 

Der Josef erzählt: Den größten Teil seines Egos hat er durch seine Exfrau abgelegt. Hier die Geschichte:
Die Partnerin hat ihn nach der Trennung nahezu in den finanziellen Ruin getrieben, und auch der psychologische Druck wurde aufgrund des gemeinsamen Kindes immer größer, obwohl er alles getan hat, um finanziell zu helfen. Er hat nach Jahren erkannt, dass er sich an den ständig steigenden Forderungen und Unzufriedenheiten der Partnerin selbst aufreibt. Dies wurde ihm nach und nach bewusst. Er hat es erkannt und in derselben Zeit hat sich sein eigener Konflikt gelöst. Seine Exfrau versucht bis heute, ihn zu fangen, was ihr ab dem Zeitpunkt seiner Bewusstwerdung nicht mehr gelang.
 Heute kann er sie urteilsfrei akzeptieren, ohne mit ihr zu tun zu haben, denn das Ego der Expartnerin ist unverändert stark und fordernd. Was sich aber geändert hat: Er kämpft nicht mehr, er grenzt sich gut ab und er verwendet das Wort NEIN.

 
Durch diese Erfahrung hat er mehr gelernt als in allen Schulen, die er in seinem Leben besucht hat.
Also her mit Feinden, denn so lernen wir! Aber nur, wenn wir die Lebenslektion annehmen und nicht bekämpfen, verdrängen und weghaben wollen. Sondern JA zur gegenwärtigen Situation sagen.

 

 

Wer sucht, der findet nicht.

 

 
Wer kämpft, verliert.
Wer hasst, zerstört sich selbst.
Wer erwartet, wird enttäuscht.

 

 

Es gibt nur eine Möglichkeit, zu finden, ohne zu suchen, zu gewinnen, ohne zu kämpfen, zu lieben, ohne sich selbst zu verlieren.
 Es geht um ein aufrichtiges und kräftiges JA dem gegenwärtigen Moment gegenüber. Kein Kampf, kein Widerstand, ganz ohne Bedingung, einfach Ja sagen zu dem, was ist, ob es gefällt oder nicht.
 Das hat sehr viel mit Akzeptieren, Annehmen, Wertschätzung und Respekt zu tun. Blockaden werden gelöst, das Leben kann in die richtige Richtung fließen.

 Ich habe einmal zwei kleine elektronische Gegenstände gekauft und sie beim Heimkommen, ganz in Gedanken, vor der Haustüre abgestellt. Dann ging ich ins Haus.

 
Später habe ich die beiden Dinge lange in der ganzen Wohnung gesucht, ohne sie zu finden. „Gut“, dachte ich mir, „dann finde ich sie eben nicht“, und gab die Suche auf. Beim Zähneputzen, ganz frei von Such-Gedanken, fiel es mir auf einmal ein: Ich ging vors Haus, und da waren sie, als hätten sie ganz brav auf mich gewartet, bis ich meine Suche aufgab.
 Ganz nach dem Motto: Wer sucht, der findet nicht. Gib die Suche auf, dann du wirst finden.

 

 

Den inneren Frieden wiederfinden?

 

 

Wir können jederzeit den eigenen Frieden wiederherstellen: zu uns selbst, zu unserer Vergangenheit, zu unserem Körper.
 Wenn ich aufhöre, mich zu verurteilen, kann ich vergangene Ereignisse verstehen und wissen: Ich habe zu jeder Zeit mein Bestes gegeben und ich wusste es einfach nicht besser. Ich kann jetzt sofort aufhören, mich dafür zu verurteilen, und somit dem inneren Frieden ein großes Stück näherkommen.

 

 

„Scheiß di ned au“

 

 

Der Heini Staudinger von der Waldviertler Schuhwerkstatt mit ca. 300 Mitarbeitern hat drei ganz klare Grundsätze. „… und da es in unserem Leben ganz wesentlich ist, ob wir in unseren Angelegenheiten von Angst getrieben oder mutige Gestalter sind, ob wir klug oder blöd sind und ob wir uns von der Liebe leiten lassen oder vom Geld, handeln unsere Firmenprinzipien von diesen wesentlichen Haltungen im Leben.“

 
„... Sehr gerne diskutiere ich mit meinen Neffen und Nichten (im Alter von 3 bis 14 Jahren) über unsere Firmengrundsätze. 1. Scheiß di ned au! 2. Bitte, sei ned so deppat! … Mit großer Ernsthaftigkeit, dass nichts im Leben uns mehr hindert als die Angst. Dass es aber genug Situationen im Leben gibt, wo Mut alleine nicht genügt. Und drum ist unser zweiter Grundsatz auch sehr wichtig, nämlich nicht deppat zu sein, sondern klug … Eines Abends … diskutierten wir wieder über unsere Grundsätze, da fragte mich die kleine Rosi: ‚Heini, habt ihr nicht auch noch einen dritten Firmengrundsatz?‘ Ich dachte bis dahin, dass diese zwei Grundsätze genug wären. Ich wollte sie aber nicht enttäuschen, darum sagte ich: ‚Ja, freilich haben wir noch einen dritten Grundsatz.‘ Und während Rosi noch fragte: ‚Und wie heißt der?‘, dachte ich mir: Mutig und klug sind Einbrecher auch, jedoch fehlt ihnen die sinnvolle Orientierung. Und so sagte ich zu Rosi: ‚Unser dritter Grundsatz ist der allerwichtigste, und er heißt: Orientiere dich an der Liebe.‘“

 

 

Entwicklung (d)eines Unternehmens

 

 

Kann man ein Unternehmen grundlegend verändern, ohne das Vertrauen der Mitarbeiter zu zerstören? Der Süßwarenhersteller Bahlsen hat es probiert.

Der Inhaber des Familienunternehmens Bahlsen trommelte seine wichtigsten Führungskräfte zusammen. Er wollte ihnen verkünden, dass er gedenke, aus dem Geschäft mit Weihnachtsgebäck auszusteigen, etliche Produkte aus dem Sortiment zu streichen und eventuell eines der vier Werke zu schließen. Er ging von der Zustimmung seiner Manager aus.

 

Die vorgesehenen Einschnitte waren das Ergebnis einer Analyse eines Beratungsunternehmens. Ein Team der Unternehmensberatung hatte den Kekshersteller ein paar Monate lang untersucht – und die Profitabilität jedes Produkts durchgerechnet. Bahlsen wollte die Ergebnisse rasch umsetzen. Er hielt Kostensenkungen für dringend notwendig, um als Familienbetrieb auf dem hart umkämpften Markt weiter bestehen zu können. Der Konkurrenzdruck war enorm gestiegen. Bahlsen ist in Deutschland Marktführer, wächst aber seit Jahren nicht mehr und verdient zu wenig, wie der Inhaber sagt.

 

Das Bahlsen-Führungsmeeting sollte die Wende einläuten. Doch stattdessen löste es eine kleine Revolte aus. Die anwesenden Führungskräfte brachten klar zum Ausdruck, dass sie das Unterfangen für kopflos hielten. „Es wurde offensichtlich, dass wir etwas falsch gemacht hatten“, sagt Bahlsen heute. „Der Prozess, den wir mit der Beratungsfirma angestoßen hatten, war kein Bahlsen-Projekt. Unsere Leute waren nicht mit an Bord.“

So passiert es oft – und das hat fatale Folgen. Schwierigkeiten sind vorprogrammiert, wenn Mitarbeiter bei der Entwicklung des Unternehmens nicht im Boot sitzen.

 

Wie lässt sich das vermeiden?
Werner M. Bahlsen hielt nach der Revolte erst einmal inne, um dann, im Sommer 2012, auf andere Weise von vorn anzufangen. Seitdem wird umgebaut wie selten zuvor in der 125 Jahre alten Firmengeschichte.

 

Neue Verpackungen und ein verändertes Logo sollen helfen, die Marke zu verjüngen. Das Sortiment soll verkleinert, die Werke sollen besser ausgelastet werden.

 

Die Verantwortlichkeiten wurden verschoben. Am meisten Macht abgeben müssen die Ingenieure, die bei Bahlsen die Maschinen entwickeln und die Produktionsstraßen aufbauen. Sie waren traditionell die „Chefs im Ring“. Neue Maschinen ermöglichten neue Produkte. Andersherum konnten die Vertriebler mit noch so schönen Ideen aufwarten – wenn die Ingenieure sagten, dass sich das in der Produktion nicht umsetzen ließe, waren die Vorschläge vom Tisch. Das soll nun anders werden. Man will häufiger neue Produkte auf den Markt bringen, schneller auf Trends reagieren. Lässt sich das mit der Technik im eigenen Haus nur schwer machen, soll eben ein externer Dienstleister mit der Herstellung beauftragt werden.

 

Man hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur die Firma zu verändern, sondern auch den Umgang miteinander. Bahlsen-Manager wollten nun eine neue Leistungskultur, die dazu führen soll, dass Vorgesetzte und Mitarbeiter ehrliches Feedback voneinander einfordern. Der Umbau ist noch am Laufen.
(Auszug aus einem Artikel auf „brand eins online“)

 

Man muss allerdings gut aufpassen, dass nicht zu viele Leute am Steuer sitzen und zu wenige Leute mit der Umsetzung zu tun haben. Wie man am folgenden Beispiel sieht:

 

 

Um herauszufinden, wer der Stärkere ist, veranstalteten jüngst eine deutsche und eine japanische Firma ein Wettrudern auf dem Rhein.

 

Die Japaner gewannen zur allgemeinen Verblüffung mit einem Kilometer Vorsprung.

 

Tief betroffen setzte daraufhin das oberste Management des deutschen Unternehmens ein Projektteam ein, das die Ursache der Niederlage erforschen sollte. Nach wochenlangen Analysen fand es heraus, dass bei den Japanern sieben Leute ruderten und einer steuerte, während im deutschen Boot einer ruderte und sieben steuerten.

 

Daraufhin engagierte das deutsche Unternehmen eine Beraterfirma, um die Struktur des Teams zu untersuchen. Nach einigen Monaten, verbunden mit beträchtlichen Kosten, ermittelten die Berater, dass die Deutschen nicht richtig gesteuert (gemanagt) hätten.
 Flugs wurde die Organisation geändert: Es gab fortan vier Steuerleute (Manager), zwei Obersteuerleute (Manager), einen Steuerdirektor (Chef) und einen Ruderer (Umsetzer). Für Letzteren wurde als Ansporn ein Prämiensystem ausgetüftelt.

 

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit zwei Kilometern Vorsprung.

 

 

So kann es gelingen

 

 

Firmen-Umstrukturierung gelingt meiner Erfahrung nach nur dann, wenn neben fachlichem Wissen auch die folgenden Werkzeuge zum Einsatz kommen:


Eine Führungsperson ist keine "Eierlegende Woll-Milch-Sau". Niemand kann alles. Wir brauchen ein starkes Team, in dem man sich ergänzt. Genauso wichtig sind Respekt und Wertschätzung, kritische Elemente müssen Platz haben und man muss Diskussionen auf eine sachliche, statt persönlich/emotionale Ebene stellen. Und es braucht ...

 

Leidensdruck:
Es braucht einen gewissen Leidensdruck, um Änderungen zuzulassen und anzukurbeln. Ohne Leidensdruck ist es nur sehr schwer, etwas zu bewegen, außer die Beteiligten sind sehr bewusst, was in den seltensten Fällen so ist. Meist entsteht durch einen gewissen Druck von außen (So funktioniert’s nicht mehr!) Bewusstsein, dass sich wirklich etwas ändern muss, dass es so nicht weitergehen kann. Auf keinen Fall!

 

Authentizität:
Wir dürfen uns in schwierigen Situationen nicht mehr verstellen, verbiegen. Nicht vor Kunden, nicht vor der Bank, nicht vor den Mitarbeitern. Es ist Zeit, sein wahres Gesicht zu zeigen. Echtheit und Offenheit müssen auf den Tisch.


Kreativität:
 Neue Ideen, andere Möglichkeiten müssen wenigstens angedacht werden dürfen. Wenn der Karren schief steht, muss man kreativ sein. Das Ganze neu denken und auch mal alles ordentlich in Frage stellen.

 
Klarheit:
 Das Allerletzte, was jetzt gebraucht wird, sind unklare Entscheidungen. Klarheit ist der einzig wahre Weg, etwas wieder heil zu machen. Speziell Führungskräfte müssen den Überblick behalten, in sich gehen und nicht vorschnelle Entscheidungen treffen. Denn jede Entscheidung hat Konsequenzen.

 
Kompromisslosigkeit:
Kompromisse bringen ein Unternehmen meistens in Schieflage. Sonderlösungen an allen Ecken und Enden. Kein klares Vorgehen, keine Linie und kein Weg, der für alle gilt. Nun muss damit aufgeräumt werden. In der Natur gibt es keine Kompromisse. Wenn wir im Unternehmen zu viele davon zulassen, funktioniert es nicht mehr. Irgendwann ist es Zeit, keine Kompromisse mehr zu einzugehen. Da kommt eine Umstrukturierung wie gerufen.

 
Die richtigen Leute am richtigen Ort:
Die wichtigen/richtigen Personen/Mitarbeiter müssen an Bord sein. Die Leute, die das Ganze auch umsetzen und in den jeweiligen Bereichen die Verantwortungen für die Umstrukturierung übernehmen können. Die Mitarbeiter/Führungskräfte müssen ihren Talenten entsprechend eingesetzt sein/werden.

 

Coach/Berater:
Der Coach sollte ein Praktiker sein. Keiner, der sein Wissen „nur“ in der Schule gelernt hat. Es braucht Praktiker: Idealerweise hat der Berater selbst ein Unternehmen und verfügt über einen sehr großen Erfahrungsschatz. Es braucht jemanden, der die Dinge dahinter versteht, der erkennt, wo die Ursachen liegen, und der Überblick hat. (Der Coach muss ein Alphatier sein.)

 

Einfach:
Das Verständnis von Natürlichkeit und Einfachheit ist ganz wichtig, um Kompliziertes zu vermeiden. Einfachheit ist das oberste Gebot. Der Fluss muss erkannt werden und Klarheit ist einer der wichtigsten Parameter.

 

Mitarbeiter kündigen:
Es braucht in solchen Phasen von allen die Einstellung: „Wir ziehen alle gemeinsam an einem Strang – in dieselbe Richtung.“ Mitarbeiter, die den Entwicklungsprozess behindern/blockieren (solche gibt es bei Umstrukturierungen fast immer), müssen das Unternehmen verlassen – am besten umgehend.

 

„Sei ned deppat“ (Zitat von Heini Staudinger)
 Es braucht Mut, Tatkraft, klare Entscheidungen und Konsequenz. Logik und Bauchgefühl bringen die richtigen Entscheidungen.

 

Furcht, Versagensängste müssen verbannt werden. Angst vor Fehlentscheidungen ist umsonst. Nur wer nichts tut, verliert. Trau dich, sei mutig und scheiß di nix.

 

Kommunikation:
Der gute und regelmäßige Austausch mit den Mitarbeitern ist ganz wichtig. Anregungen und Kritik von außen und innen müssen ernst genommen werden. Es braucht den ehrlichen Spiegel von Leuten, die in den Prozess integriert sind und denen man vertraut.

 

Vertrauen/Hoffnung:
Das Vertrauen in die Sache, das Zutrauen in die eigenen Leute, in den Coach. Die Hoffnung in das Projekt. Das Wissen, dass das Leben im Grunde Gesundheit und Wachstum ist. Dass Schwierigkeiten meist ein Segen sind und sich auflösen, sobald sie auf den Tisch gelegt werden, sobald sie angeschaut anstatt verdrängt werden. Die Hoffnung auf das Gelingen des Projektes und auch das Durchhaltevermögen, nicht vorschnell abzubrechen, wenn’s nicht sofort in die gewünschte Richtung geht.

 

Konstanz und Konsequenz:
Auch wenn es mal zwei Schritte zurückgeht, muss man den Weg dennoch weitergehen. Viele Führungskräfte beenden die Umstrukturierung, nachdem es wieder halbwegs aufwärts geht oder wenn es nicht ganz nach ihren Vorstellungen läuft. Eine Umstrukturierung ist ein längerer Prozess. Jede Pflanze braucht ihre Zeit, um gute Wurzeln zu schlagen. Auch diese Pflanze muss gehegt und gepflegt werden. Wachsen tut sie dann schon. Aber Achtung: nicht zu ungeduldig sein.