wie rechnest du?

Servus, dem Winter, auch wenn dieser noch so streng ist, folgt der Frühling. Es wird wärmer und die Vögel zwitschern. Jeder noch so lange Tunnel endet irgendwann. Du weißt, wie ich das meine, gell? Ich wünsche uns, dass wir das nicht vergessen. Viel Freude mit den neuen Power-Texten.

 

 

 

Die Themen

 

 

1.) Langes Konzept, kurzer Erfolg

2.) Wenn ich meinen Briefkasten abmontiere, bekomme ich dann keine Rechnungen mehr?

3.) Wie rechnest du?

4.) Spielerisch finden, was man sucht

5.) Wie siehst du das?

 

 

 

1.) Langes Konzept, kurzer Erfolg

 

 

Um herauszufinden, wer der Stärkere ist, veranstalteten jüngst eine deutsche und eine japanische Firma ein Wettrudern auf dem Rhein. Die Japaner gewannen zur allgemeinen Verblüffung mit einem Kilometer Vorsprung.

Tief betroffen setzte daraufhin das oberste Management des deutschen Unternehmens ein Projektteam ein, das die Ursache der Niederlage erforschen sollte. Nach wochenlangen Analysen fand es heraus, dass bei den Japanern sieben Leute ruderten und einer steuerte, während im deutschen Boot einer ruderte und sieben steuerten.

 

Daraufhin engagierte das deutsche Unternehmen eine Beraterfirma, um die Struktur des Teams zu untersuchen. Nach einigen Monaten, verbunden mit beträchtlichen Kosten, ermittelten die Berater, dass die Deutschen nicht richtig gesteuert hätten.
Flugs wurde die Organisation geändert: Es gab fortan vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen Ruderer. Für Letzteren wurde als Ansporn ein Prämiensystem ausgetüftelt.

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit zwei Kilometern Vorsprung.

 

 

2.) Wenn ich meinen Briefkasten abmontiere, bekomme ich dann keine Rechnungen mehr?

 

 

Wenn wir den Lebenspartner austauschen, wird unsere nächste Beziehung dann besser? Wenn wir unser Marketing ändern, steigert das unsere Verkaufszahlen? Wenn ich jede Woche Lichtarbeit mache, meditiere und Mantras singe, lösen sich dann meine Probleme auf? Wenn ich meinen Job wechsle und den blöden Chef verlasse, habe ich dann in meiner nächsten Arbeit keine Probleme mehr? Wenn ich mehr Sport treibe und mehr in die Natur gehe, geht es mir dann besser? Wenn ich keine Schulden mehr habe, bin ich dann entspannter? Leider nicht. Ohne Witz, das ist eine Illusion.

 

Eine Änderung der Lebenssituation schafft niemals dauerhaft mehr Erfüllung im Alltag. Niemals. Wenn das eine oder andere Problem im Außen gelöst ist, ist das lediglich eine kurze Abkühlung, die für einen oder zwei kurze Momente anhält, dann ist alles wieder wie vorher. Es ist wie mit einer Lohnerhöhung: Kurzzeitig ist der Mitarbeiter glücklicher und motivierter. Nach einiger Zeit ist wieder alles wie vorher. Ist dir das schon mal aufgefallen?

Wir müssen die Themen an der Wurzel verstehen (und das ist meistens bei uns selbst), sie erkennen, anpacken und wenn nötig lösen. Ansonsten ändert sich nichts und man dreht sich im Hamsterrad immer weiter.

 

 

3.) Wie rechnest du?

 

 

Ich will hier nicht über Politiker herziehen. Dieses Beispiel hilft mir nur, etwas in unserem ganz persönlichen Alltag aufzuzeigen.

In Österreich wurde ein neues Steuerpaket beschlossen. Wenn man sich die Lösung von Problemen an diesem Beispiel genauer ansieht, muss man sagen: Ups!

 
Da steht beschrieben, welche Maßnahmen getroffen werden, und gleich im Anschluss kommt der Geldbetrag in Millionen, was das bis 2016 bringen wird.

So werden beispielsweise die Bausparverträge und Zukunftsvorsorgen in die Mangel genommen und dann steht gleich darunter das Ergebnis: 476 Millionen Euro. So weit die geplante Rechnung. Das funktioniert aber nur, wenn die Österreicher gleich viel oder mehr Sparverträge abschließen wie bisher. Werden sie das tun, auch dann, wenn es noch viel weniger bringt, als die Inflation wegfrisst? Macht das Volk das wirklich? Hmmmm …?

Karl Javurek leitet ein ziemlich erfolgreiches österreichisches Unternehmen und ist auch Geschäftsführer des Wirtschaftsforums der Führungskräfte. Er hat in einem Interview sinngemäß gesagt: „Die Herausforderung, in Österreich um die vorgegebene Prozentzahl weniger Geld auszugeben und wirtschaftlicher zu werden, wäre für einen durchschnittlichen Manager eines Unternehmens eine schöne.“

 

Ich sehe das auch so. Dazu müsste man lediglich rechnen und wirtschaften, hinschauen, die Richtung definieren, Spielregeln installieren, Strukturen festlegen, klar werden, keine Angst vor Kompromissen haben und handeln.

Zurück zu uns: Wenn ich nicht alle Gesichtspunkte mit einbeziehe und oberflächlich über eine Sache gehe, dann beziehe ich auch ein, dass ich die Rechnung ohne den Wirt (das Leben) mache und dieser mit meiner Rechnung nicht einverstanden ist. Was die Konsequenz hat, dass die Schlussrechnung dann ganz, ganz anders ausfällt. Somit habe ich mein Problem lediglich verschoben und das Spiel beginnt immer wieder von Neuem und ist nie gelöst.

 

 

4.) Spielerisch finden, was man sucht

 

 

Die Power-Texte-Leserin Adele berichtet:
„Mein Lebensgefährte und ich haben viele Jahre an unserem privaten Traum gearbeitet, ein eigenes Schiff zu kaufen und dieses in der Ägäis zu verchartern.
 Wie es halt manchmal so ist, wir haben lange kein Schiff gefunden, das uns so richtig angesprochen hat.

 

Im letzten Jahr sind wir dann mit so einer spielerischen Dynamik an die Sache herangegangen und siehe da, UNSER Schiff hat UNS gefunden!
Auf einem abenteuerlichen Landtrip haben wir unsere Sevi in einen Hafen einfahren sehen, wir waren sofort magisch angezogen von diesem Schiff und bereits bei der ersten Besichtigung war sofort das Gefühl da, dieses Schiff gehört zu uns! Ich werde den Moment nie vergessen – mit halb offenen Segeln ist sie in Richtung Hafen „geschwebt“ – da kriege ich sofort wieder Gänsehaut. Aber - wem erzähle ich das – THE FLOW! :-)".

 

 

5.) Wie siehst du das?

 

 

Wir beschäftigen uns tagtäglich (na ja, fast) damit, wie wir besser zurechtkommen, wie wir Probleme lösen, Ziele erreichen. Mal ganz ehrlich: Um wen dreht es sich dabei fast immer? Um uns selbst, gell? Gibt es bei all dem Trubel, dem Gehetze und dem Druck einen winzigen Raum für andere? Gibt es Platz? Hier ein kleiner Versuch: Was wäre, wenn ich nur ein einziges Prozent meines Umsatzes (Geldeinkommens) einem Kinderhilfs-, Sozial-, oder Tierhilfsprojekt zur Verfügung stelle, das ich gut finde? Komischer Gedanke, gell? Wenn man kein Geld zur Verfügung stellen möchte oder kann, dann könnte man auch seine Dienste, sein Engagement einen halben Tag im Monat oder im Quartal solch einer Einrichtung zur Verfügung stellen. Und zum Beispiel sozial Schwachen helfen. Freiwillige werden in jedem Bereich gesucht. Warum eigentlich nicht?